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Watussi-Hochsprung

 

Anlauf, Absprung und hoch geht’s über das Hindernis – die Bewegungs-Station "Watussi-Sprung" versetzt Jung und Alt nach Ostafrika.

Mit welchen Ritualen wurden vormals die Heranwachsenden in Ruanda, Burundi oder im Kongo zu „wahren“, in ihrer Gesellschaft anerkannten Männern? Bei den Watussis ging es um die Lösung einer Sprungaufgabe, dem Watussi-Sprung. Es galt, ein Hindernis zu überspringen, das die eigene Körperhöhe misst. Aus geradem Anlauf, eine Absprungunterstützung hilft dabei.
 

Auf den Spuren der Watussi-Krieger

Das in der Sportgeschichte berühmte Foto (links) zeigt im Jahr 1909 den Sprung eines Watussi-Kriegers über die Köpfe von Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und seinem Adjutanten hinweg. Für ihre eleganten Sprünge über eine Höhe von bis zu 2,50 Metern, half den Watussis ein etwa 45 Zentimeter hoher Termitenhügel.

Wem es heute gelingt, seinen Körper auf kürzester Strecke zu beschleunigen, den Absprungfuß optimal auf dem Absprungkasten zu setzen, seine Schwungelemente zu nutzen, gut koordiniert die Lattenüberquerung zu meistern und sicher auf beiden Füßen zu landen, der sucht hier das nächste Erfolgserlebnis auch bei der folgenden Sprunghöhe.

Watussi Sprung Originalaufnahme

Sprungerlebnis kann jeder erfahren

Der Watussi-Sprung nahezu immer und überall während Sportunterricht und Vereinstraining realisierbar. Turnkästen, Weichbodenmatten, Hochsprungständer sowie Latte, Gummiband oder ähnliches sollten verfügbar sein.

Auf dem ersten Blick ähnelt der Aufbau der Bewegungs-Station Watussi-Sprung dem einer Hochsprunganlage. Zusätzlich steht eine zehn Meter lange Bahn für den Anlauf bereit, auf der der Teilnehmer ordentlich Geschwindigkeit aufnehmen kann. Der Absprung erfolgt von zwei hintereinandergestellten Turnkastendeckeln, die als Rampe dienen. Der abenteuerliche Flug über eine halbierte Hochsprunglatte – versetzt die Sportler in Sprunglaune, was oftmals umgehend zum wiederholten Springen anregt. Für die sichere Landung stehen je nach Sprungniveau zwei bzw. vier herkömmliche Weichbodenmatten (zumeist 3 x 2 Meter) bereit.

Watussi Sprung ist auch beim ASV Süchteln möglich

Eine ganz spezielle Technik

Die Technik des Watussi-Sprungs unterscheidet sich vom klassischen Hochsprung über die Latte. Die Anlauflänge ist im BewegungsCamp auf zehn Meter begrenzt. Der Anlauf wird vom Teilnehmer geradlinig im rechten Winkel zur Sprunganlage ausgeführt – keineswegs bogenförmig wie beim Fosbury-Flop. Mit einem einbeinigen Absprung vom Kasten katapultiert sich der Teilnehmer über die Latte. Deren Überquerung erfolgt durch einen Hocksprung mit angezogenen Beinen. Mit einer beidbeinig-parallelen Landung endet der Sprung auf einer Hochsprungmatte.

In einem spannenden Wettstreit versuchen sich die Teilnehmer gegenseitig beim Springen zu übertrumpfen. Um die vorgegebene Lattenhöhe zu überqueren, erhält dabei jeder Teilnehmer bis zu zwei Versuche. Grundsätzlich wird nach und nach in Fünf-Zentimeter-Schritten erhöht. Den Rekord bei diesem Sprung-Modul des DLV hält der Olympia-Fünfte von Peking 2008, Hochspringer Raul Spank (Dresdner SC 1898), mit satten 2,06 Metern – aufgestellt auf dem Alexanderplatz in Berlin.
 

Watussi Sprung

Premiere beim Deutschen Turnfest

Der Watussi-Sprung ist eine mögliche Sprungaufgabe auch im Bundesjugendspiel-Wettbewerb im Programm für die Fünft- bis Zehntklässler. Beim Internationalen Deutschen Turnfest 2002 in Leipzig feierte das DLV-Modul seine Premiere im Rahmen einer mehrtägigen Großveranstaltung.